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Wenn der Hörsaal einem Kloster weicht – Meditation auf Frauenchiemsee und Segeln auf dem Chiemsee

Vier Tage lang machten sich 17 Studierende im Rahmen einer ganz besonderen Studienfahrt unter Leitung von apl. Prof. Dr. Heiner Aldebert vom Lehrstuhl Evangelische Religionspädagogik auf die Suche nach der „Kraft der Stille“. Im benediktinischen Kloster auf Frauenchiemsee untergebracht, hatten sie die Möglichkeit, einen hautnahen Einblick in das Klosterleben zu erhalten und sich theoretisch wie praktisch mit verschiedenen Formen von Meditation zu beschäftigen. Körperlichen Ausgleich gab es durch das Segeln auf dem Chiemsee.


Bei einem gemeinsamen Rundgang erkundete man am ersten Tag zuerst die Insel. Hierfür trugen die Studierenden ihre vorbereiteten Gruppenreferate vor, die mit bestimmten Orten auf der Insel, z. B. dem Lindenhain oder der karolingischen Torhalle, verbunden waren und verschiedene Aspekte von Spiritualität aufgriffen. Am Abend trafen die Studierenden dann auf Frau Scholastica, die für die Seminarverwaltung des Klosters zuständig ist. Im Austausch mit ihr erfuhren die Studierenden Näheres zum Alltag im Kloster, der stark durch die Regel des heiligen Benedikt geprägt ist. Ein Teil der Gruppe traf an den Abenden durch Zufall auf junge Mönche, die gerade ihren Urlaub im Kloster auf Frauenchiemsee verbrachten, und nutzte die einmalige Gelegenheit sich mit ihnen auszutauschen. Die Mönche erklärten zum Beispiel, weshalb die Studierenden Frau Scholastica nicht Schwester nennen dürfen, da dies nur Ordensmitgliedern vorbehalten ist.
Die TeilnehmerInnen wurden Schritt für Schritt kompetent von Pfarrer Oliver Behrendt (Leiter des Spirituellen Zentrums der ELKB) in die christliche Meditation eingeführt. Darüber hinaus erhielten die Studierenden, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Böschen, einen Einblick in Zen-Meditation.

Er zeigte eindrücklich auf, welche große Bedeutung Achtsamkeit im Buddhismus besitzt und Einfluss auf das eigene Leben nimmt.
Neben der Meditation bestach das Seminar durch den zweiten inhaltlichen Fokus, dem Segeln. Der erfahrene Skipper Thomas Lutz erklärte der Gruppe zunächst die Verhaltensregeln und Sicherheitsaspekte an Bord, denn nicht nur bei der Meditation war Achtsamkeit gefragt. Während das Segeln vorerst bei überwiegend sonnigem und relativ windstillem Wetter etwas sehr Meditatives hatte, trotzte man am zweiten Segeltag gemeinsam dem stürmischen Wetter. Durch achtsamen Umgang miteinander und die Souveränität der Skipper fühlte man sich dabei stets sicher und es ging keiner über Bord.
Am letzten Tag, der leider viel zu schnell anbrach, wurde mithilfe eines Bibliodramas, das von apl. Prof. Dr. Heiner Aldebert geleitet wurde, nochmal gemeinsam reflektiert was (christliche) Meditation ist. Man tauschte die gemachten Erfahrungen aus, die im Hinblick auf den künftigen (oftmals stressigen) Lehrberuf sicher hilfreich sein werden, und bedankte sich für die gemeinsame intensive Zeit.

(Lisa Fleischmann, Tutorin von „Kraft der Stille“)